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Ernst Thoms

Ernst Thoms

Nienburg 1896 -
Vietzen bei Nienburg 1983


Der Künstler Ernst Thoms wächst in Nienburg an der Weser auf. Nach einer Malerlehre von 1911 bis 1914 studiert Thoms einige Monate an der Kunstgewerbeschule Hannover, bevor er zum Wehrdienst einberufen wird. Er gerät in englische Kriegsgefangenschaft und kommt erst im November 1919 wieder nach Hause. Im folgenden Jahr besucht Ernst Thoms erneut für einige Monate die Kunstgewerbeschule in der Klasse von Burger-Mühlfeld. Dort lernt Ernst Thoms den Kreis um Grethe Jürgens kennen.
Letztlich bildet sich der Künstler autodidaktisch weiter und widmet sich den Themen der Landschaften, Stillleben und Bildnisse. Daneben geht er arbeiten, als Anstreicher und 1924 bis 1925 als Reklame- und Bühnenmaler. Zu diesem Zeitpunkt leben und arbeiten auch Schwitters und Vordemberg-Gildewart in Hannover, die mit ihrem künstlerischen Schaffen viel Beachtung finden, während der Realismus der "Gruppe Neue Sachlichkeit" als unzeitgemäß empfunden wird. Ernst Thoms erfährt als Einziger von ihnen bereits in den 1920er Jahren Anerkennung.
Die erste Ausstellung findet 1926 in der Kestner-Gesellschaft Hannover statt und darüber hinaus kauft das Provinzialmuseum das Gemälde "Dachboden" an. In den anschließenden Jahren wird Ernst Thoms Mitglied des "Deutschen Künstlerbundes" und der "Hannoverschen Sezession".
Neben der regen Beteiligung an Ausstellungen in Amsterdam, Stockholm und fast allen deutschen Großstädten, werden seine Werke in den Jahren 1928, 1931 und 1932 in der Galerie Neumann-Nierendorf in Berlin, in der Hamburger Secession und in der Kestner-Gesellschaft präsentiert.
Im Jahr 1930 wird der Künstler mit dem Anerkennungspreis des Preußischen Kultusministeriums für das "Bildnis der Mutter" geehrt. Dann im Jahr 1934 nimmt Ernst Thoms an der Biennale in Venedig teil und heiratet Grete Giesemann. Die Nationalsozialisten beschlagnahmen 1937 die Werke, die sich in den Museen befinden. 1939 bis 1940 wird der Künstler Ernst Thoms zum zweiten Mal zum Kriegsdienst eingezogen. Sein Atelier und seine Wohnung werden im Jahr 1943 ausgebombt, alle Werke werden zerstört.
Nach dem Krieg setzt Thoms seine künstlerische Laufbahn fort und kehrt im Jahr 1950 nach Hannover zurück. Zu seinem 60. Geburtstag zeigt der dortige Kunstverein eine Retrospektive. Im Jahr 1964 wird Ernst Thoms mit dem Großen Verdienstkreuz des Niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet. Ab 1968 hindert ein fortschreitendes Augenleiden die Entstehung seines Spätwerks.
In Vietzen bei Nienburg verstirbt Ernst Thoms im Jahr 1983. Seine der "Neuen Sachlichkeit" nahestehenden Werke finden bis heute Beachtung und Anerkennung.

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